Die Gräser sind am abtrocknen und man muss mit Belästigungen und Verletzungen durch Grannen rechnen. Was ist das?

Grannen (auch Spelzen genannt) sind stachelige Grassamenstände mit Widerhaken. Sie sehen aus wie Getreideähren und können extrem spitz sein. Beim Spaziergang durch trockene Wiesen hängen sich die kleinen widerborstigen Pflanzenteile jetzt häufig an das Hundefell. Aufgrund ihrer pfeilförmigen Beschaffenheit können sie sich in und unter die Haut bohren. Mit ihren Widerhaken wandern sie tiefer und tiefer, und das noch schneller, wenn der Hund sich an der betroffenen Stelle beleckt. In die Körperöffnungen wandern sie ebenfalls schnell und tief ein.

In der Folge bildet sich eine Schwellung, denn der Körper versucht mit einer lokalen Entzündung den Fremdkörper zu resorbieren. Wenn das nicht klappt, bildet sich eine Eiterkapsel, ein Abszess. Dieser öffnet sich nach Reifung und mit dem Eiter wird die Granne heraus getrieben. Diese Prozedur dauert natürlich 2 bis 3 Wochen und ist je nach Lokalisation extrem schmerzhaft.

Vertrocknete Grannen können schmerzhafte Verletzungen verursachen

Bis zum Ende des Sommers ist jetzt mit diesen Grannen zu rechnen. Die Gräser schießen in die Höhe und trocken ab, dann sitzen die langen, rauen Ähren nur noch locker und bleiben umso leichter am Fell hängen. In dieser Phase sollten Sie Ihren Hund nach Spaziergängen durch die Natur sorgfältig absuchen. Schauen Sie in die Haare um die Ohren und in die Ohrmuschel. Inspizieren Sie die Pfoten, besonders den Bereich oben zwischen den Zehen, wo die weiche Haut ist („Schwimmhäute“). Achten Sie auf die Augen. Auch am Körper sollten Sie alle Spelzen entfernen, wenn Sie welche sehen. Je länger das Fell, desto größer die Gefahr. Wer seinen Liebling nicht komplett scheren möchte, sollte mit der Schere die Haare im Zwischenzehenbereich und unter den Ohren kurz halten.

Grannen können sich am gesamten Körper unter die Haut bohren, doch die meisten Patienten sind an diesen Stellen betroffen:

Vertrocknete Grannen können Verletzungen verursachen
– Äußerer Gehörgang: Der Kopf wird schief getragen, es existieren Schmerzen im/am Ohr. Sofort zum Tierarzt, die Granne muss umgehend entfernt werden. Häufig geht das nur unter Narkose. Bleibt die Granne drin, entwickelt sich eine heftige, äußerst schmerzhafte Otitis, eine Gehörgangs-Entzündung. Die Spelze kann sich sogar durchs Trommelfell bohren und schwere Schäden am Innenohr verursachen.
– Nasenlöcher: Der Hund reibt sich an der Nase, niest auffallend häufig, hat lokale Schmerzen und Nasenausfluss, der blutig sein kann und nach wenigen Tagen eitrig wird. Es gilt das gleiche wie bei den Ohren – ab zum Tierarzt, der den Fremdkörper herausholen muss.
– Augenlid: Das Auge schwillt zu, tränt, schon bald fließt Eiter. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich rapide aufgrund heftiger Schmerzen. Verlieren Sie keine Zeit, lassen Sie Ihrem Hund durch den Tierarzt helfen.
– Pfoten: Besonders zwischen die Zehen, in die so genannten Schwimmhäute, bohren sich die scharfen Pflanzenteile. Ist die Verletzung frisch, wird der Tierarzt mit einem kleinen Schnitt die Eintrittspforte vergrößern und die Granne entfernen. Hat aber die Abszess-Bildung bereits begonnen, wird häufig bei der chirurgischen Eröffnung nicht mehr der komplette Fremdkörper gefunden. Meist bildet sich dann wenige Tage nach der OP ein neuer Abszeß. Daher empfehle ich, die Eiterkapsel nicht mit dem Skalpell zu öffnen sondern die Heilung homöopathisch zu unterstützen. Diese Prozedur dauert nicht länger, als der medizinische Eingriff inklusive Heilung erfordert, und sie ist schonender, denn man spart sich die Narkose(n), und die Schmerzen wie auch die Lahmheit sind meist nicht allzu stark. Ein ist nur notwendig, wenn das Allgemeinbefinden sich verschlechtert, sich also die Entzündung generalisiert. Dies ist allerdings extrem selten der Fall. Dagegen kann man die Reifung des Abszesses gut mit einer Zugsalbe unterstützen.

Gefahr durch Grannen

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