60-90% der Deutschen werden im Laufe ihres Lebens von Rückenschmerzen geplagt. Bei Menschen sind Rückenerkrankungen damit eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Wie viele Pferde von Rückenproblemen betroffen sind, kann man nur erahnen. Doch sehr viele Fälle von Ungehorsam und Lahmheiten lassen sich darauf zurückführen.

Pferd im Springparcours
Leistungsfähigkeit und Spaß an der Arbeit setzen Gesundheit voraus

Das Grundproblem ist die Anatomie der Pferde. Vom Kopf bis zum Schweif wird der gesamte Rücken über die Wirbelsäule getragen und gestützt, zusätzlich sind die Beine gewissermaßen „ angehängt“. Die Wirbelsäule wird stabilisiert durch den langen Rückenmuskel und einige Bänder. Nimmt dann noch der Reiter in der Mitte Platz, ist der Rücken noch größeren Belastungen ausgesetzt. Nur durch systematische Arbeit, also durch Muskelaufbau, kann das Rückgrat so gestärkt werden, dass das Pferd den Reiter losgelassen über längere Zeit tragen kann. Nicht nur Dressurpferde sollen taktrein und losgelassen mit schwingendem Rücken laufen, auch Springpferde sollen in schöner Bascule springen, Westernpferde stoppen und das Freizeitpferd  sich nicht von oben wie ein Brett anfühlen.

Wer selber schon mal Ischiasprobleme hatte weiß, wie extrem Rückenschmerzen sein können. Pferde aber bleiben nicht einfach stehen, sondern zeigen andere Symptome: Leistungsabfall, steifer Gang, Wegdrücken des Rückens, Widersetzlichkeiten beim Reiten, Sattelzwang sowie undefinierbare Taktfehler und Lahmheiten.

Sehr viele Lahmheiten und Ungehorsamkeit haben ihre Ursache im Rückenbereich. Die Liste der möglichen Erkrankungen ist lang. Wie beim Menschen gibt es Muskelverspannungen, Entzündungen, Blockaden, eingequetschte Nerven und verschobene Wirbel. Wichtig ist eine genaue Diagnose: Das Pferd muss von Kopf bis Schweif abgetastet und vom Boden und unter dem Reiter in Bewegung beobachtet werden. Auch muss der Sattel auf guten Sitz überprüft werden. Bei Verdacht auf Frakturen sollte unbedingt ein Röntgenbild gemacht werden.

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Handelt es sich „nur“ um Verspannungen, ist das Wichtigste, den Schmerz zu unterbrechen, denn daraus resultiert weitere Verspannung. Wird trotzdem weitergearbeitet, verhärtet sich das Tier noch mehr durch den Schmerz – ein Teufelskreis.

Sehr gute Erfolge werden bei dieser Problematik mit Akupunktur erzielt. Sinnvoll ist diese schon bei beginnenden Verspannungen. Schon nach der ersten Behandlung ist in der Regel eine enorme Verbesserung zu spüren. Das Pferd ist wieder gelöst und der Reiter kann seinen Partner arbeiten, wobei nach einer Akupunktur das Training vorübergehend umgestellt werden sollte. Spezielle Rückengymnastik ist z.B. Stangenarbeit, sowie Longieren  ohne Anlehnung sind zunächst ratsam. Wird die Therapie rechtzeitig begonnen, kann das Pferd in der Regel nach wenigen Akupunkturbehandlungen wieder entsprechend den gewünschten Anforderungen  aufgebaut werden.

Rückenprobleme des Pferdes

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