Immer wieder gern…

… zeigt sich Charly als artiger Musterschüler. Wie kürzlich auf einer Fortbildung für Tierdentalhygiene. Wir TeilnehmerInnen durften vierbeinige Probanden mitbringen, und dafür ist Charly immer die Idealbesetzung. Es schien, als habe er sich das Poster genau angeschaut, bevor wir zu den praktischen Übungen kamen. Ich wunderte mich beinahe, dass er sich die Ultraschall-Zahnbürste nicht selbst ins Maul gesteckt hat. Auf jeden Fall konnte er abends seinen Rudel-Kumpels erzählen, dass es überhaupt nicht wehgetan hat! Die „Emmi pet“ wird zukünftig zur Standardausrüstung bei der Zahnpflege meiner Patienten gehören. Der Gefahr durch Zahnstein – die Bakterien können viele Erkrankungen und Organschäden verursachen – kann man am besten durch regelmäßige Reinigung vorbeugen. Eine Narkose ist dabei in den seltensten Fällen notwendig.

 

Lange Schmerzfreiheit durch Blutegel

In meinem jüngsten Beitrag über die Arthrose-Behandlung habe ich die Blutegeltherapie angesprochen. Die Hintergründe dazu sind super interessant, weswegen ich heute näher darauf eingehe.

Früher heiß es häufig „Igitt…“ – Heute ist vielen Tierhaltern die Blutegeltherapie bekannt. Die heilende Wirkung Egel entfaltet sich bei Hunde unter anderem bei Arthrosen und Rückenerkrankungen,. Bei Pferden werden häufig Sehnenverletzungen und Knochenhautentzündungen therapiert. Auch ältere Beschwerden können durchaus auf diese Therapie ansprechen, eventuell in Kombination mit anderen Heilmethoden wie Homöopathie oder Akupunktur.

Die Stelle, an der der Egel heilen soll, wird vorher freirasiert

Was passiert beim Egel-Einsatz: Die Stelle, an der der Blutsauger seine Heilkräfte zum Einsatz bringen soll, wird rasiert und mit klarem Wasser gereinigt. Desinfektionsmittel und Seifen sind tabu, da Hirudo officinalis, so sein wissenschaftlicher Name, auf künstliche Gerüche mit Streik reagiert. Es ist aber gar nicht nötig, das Areal zu desinfizieren, denn so ein Blutegel ist eine saubere Sache: Zum Einen werden nur für diesen Zweck gezüchtete oder gehälterte Egel eingesetzt, diese haben in den Monaten zuvor ausschließlich Rinder- oder Schweineblut aus kontrollierter biologischer Tierhaltung genossen. Zum Anderen sorgt der Blutegel schon durch seine Arbeit dafür, dass es zu keiner Infektion kommen kann.

Ist die Körperstelle vorbereitet, setzt man den Egel an. Hungrig wie er ist, wird er ziemlich schnell seine drei sternförmig angeordneten Kiefer in sein Opfer hineinsägen. Das ist eine beinahe schmerzlose Prozedur, nur ab und zu ein leises Ziepen spürt der Patient. Die meisten Vierbeiner, ob Hund oder Pferd, nehmen dies gelassen hin. In die so entstandene Hautläsion spritzt der Egel nun seinen speziellen Speichelcocktail, der unter anderem den Gerinnungshemmer Hirudin enthält und Calin, das den Verschluss der Wunde für rund 12 Stunden verhindert. Rund 20 Minuten dauert die Mahlzeit des Egels, dann lässt er von seinem Opfer ab. Jetzt blutet die Wunde noch bis zu 16 Stunden nach, was den therapeutischen Effekt verstärkt.

Die Nachblutung ebenso wie verschiedene entzündungshemmende Substanzen im Egel-Speichel schließen eine Infektion der Wunde aus. Der heilsame Effekt beruht auf die Blutentnahme und die damit verbundene bessere Durchblutung des lokalen Gewebes, aber mehr noch auf die therapeutische Wirkung durch die Proteine im Speichelsekret des Egels. Neben den bereits genannten finden sich Eglin und Bdellin, die antiphlogistisch wirken, dazu Hyaluronidase, das unter anderem eine antibiotische Wirkung hat, und noch verschiedene Hilfsstoffe.

Am Pferd setzt man Egel häufig bei Sehnenproblemen ein

Selbstverständlich können arthrotische Veränderungen eines Gelenkes durch einen Blutegel nicht repariert werden. Die den Schmerz verursachende Entzündung aber kann durch richtigen Einsatz von Hirudo officinalis für Monate und sogar Jahre gestoppt werden – was eine lange Zeit Schmerzfreiheit ohne Nebenwirkungen bedeutet. Treten die Beschwerden wieder auf, kann die Egeltherapie problemlos wiederholt werden. Auch bei einem anfänglichen Teilerfolg ist es ratsam, nach einigen Wochen die Prozedur zu wiederholen, der positive Effekt wird sich verstärken.

Ein Egel saugt kaum mehr als 20 ml Blut, durch die Folgeblutung geht noch einmal die gleiche Menge weg. Somit besteht keine Gefahr, dass der Patient verblutet, es sei denn, er wiegt deutlich weniger als 7 Kilo. Katzen und kleinsten Hunden ist daher die heilsame Wirkung des Egelbisses verwehrt. Bei großen Hunden und natürlich besonders bei Pferden setzt man mehrere Egel ein. Die Zahl ist abhängig von der Indikation.

Alternative Behandlung von Arthrosen

Bei der Arthrose sind die Gelenkknorpel abgenutzt.

Sie ist eine häufige Diagnose in Tierarztpraxen, und sie betrifft besonders ältere Hunde: Arthrose. Die chronische Gelenkentzündung entsteht entweder als Folge einer nicht ausgeheilten, akuten Arthritis oder durch dauerhafte Überbelastung. Diese kann auch durch Übergewicht verursacht werden, besonders, wenn das Gelenk eine Fehlstellung hat, eine sogenannte Inkongruenz.

Bei einer Arthrose ist der Gelenkknorpel nachhaltig geschädigt, was sich durch immer wieder aufflackernde Entzündungen und permanente Schmerzen bemerkbar macht. Im Frühstadium wirkt der Patient morgens oder nach dem Liegen etwas steif, er läuft er sich aber ein, so dass er nach einigen Schritten unauffällig wirkt. Je weiter die Erkrankung voranschreitet, desto deutlicher sind dem Hund die Probleme anzumerken.

Eine Heilung ist ab einem bestimmten Schweregrad der Erkrankung ausgeschlossen. Die schulmedizinische Therapie besteht meist aus Entzündungshemmern und Schmerzmitteln, die leider auf Dauer durch ihre Nebenwirkungen den Organismus stark belasten können. Die moderne Tiermedizin bietet inzwischen auch viele chirurgische Möglichkeiten bis hin zum Ersatz ganzer Gelenke (z.B. Hüftgelenk). Bevor man eine Operation mit all ihren Risiken ins Auge fasst, lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch mit der Naturheilkunde.

Arthrose ist eine Erkrankung vorwiegend alter Hunde

So kann eine Blutegeltherapie am betroffenen Gelenk zu lang anhaltender Schmerzfreiheit führen. Ich habe schon Patienten beobachtet, die nach einmaligem Einsatz der kleinen Sauger mehr als vier Jahre symptomfrei blieben. Diese Therapie empfiehlt sich besonders, wenn nur ein einzelnes Gelenk betroffen ist. Leidet der Hund unter mehreren „Baustellen“, ist die lokale Wirkung nicht ausreichend, so dass systemisch therapiert werden muss. Auch akupunktur und Homöopathie können Arthrose- Beschwerden deutlich vermindern., und das ohne Nebenwirkungen.

Sehr wirkungsvoll zeigt sich hier die Kräuterheilkunde (Phytotherapie). Die wichtigsten Medikamente zur Einnahme stelle ich kurz vor:
Die Wurzel der Teufelskralle (Harpagophytum) wirkt entzündungshemmend, abschwellend und leicht schmerzlindernd. Sie verbessert außerdem die Beweglichkeit.

Weidenrinde (Salix Alba) enthält das schmerzstillende Salicin. Schon im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen Weidenrinde bei Gelenkrheumatismus, und auch heute noch gilt es neben Weyhrauch als eines der wirksamsten Schmerzmittel in der Naturmedizin.

Glucosamin und Chondroitin sowie Grünlippenmuschelextrakt haben positive Wirkungen auf die Geschmeidigkeit der Gelenkknorpel. Sie bauen diesen aber nicht wieder auf. Kollagenhydrolysat ist eine speziell aufbereitete Gelatine. Studien der Uni Kiel ergaben, dass dieses Mittel bei Tieren zur vermehrten Bildung von Knorpelgewebe führen kann und damit zum Aufbau der Gelenkknorpel. Sind bereits Gelenke geschädigt, empfehle ich die dauerhafte Gabe des Pulvers als Nahrungsergänzung.

Einige der Mittel eignen sich auch hervorragend zur Prophylaxe. Hier geht es um die Gelenkpflege, darum, den Knorpel auf Dauer geschmeidig zu halten. Mehr zum Thema erfahren Sie in meinen Webinaren oder direkt bei mir.

Feinstaub – auch die Tiere leiden

Feinstaub aus Heizungen, der Industrie oder dem Verkehr schädigen nicht nur den Menschen. In belasteten Gebieten werden auch bei Haustieren immer mehr Krankheiten diagnostiziert, die durch den Smog verursacht oder verschlimmert werden.

In Wohngebieten mit gering gelasteter Luft sind Bronchial- und Lungenerkrankungen bei Hunden in den meisten Fällen durch Bakterien oder Viren verursacht. Wo die Luftverschmutzung hoch ist, spielen zusätzlich nicht-infektiöse Leiden eine große Rolle. Entzündliche Veränderungen der Atemwege, Bindegewebszubildung und selbst Gerinnsel in den kleinsten Blutgefäßen der Lunge können durch die „dicke Luft“ entstehen.

Hund nahe Auto-Auspuff
Atmung in Auspuffhöhe: Hunde und Katzen inhalieren höhere Schadstoff-Konzentrationen

Je kleiner die Feinstaub-Partikel, desto tiefer können sie in die Atemwege eintreten. Dabei haben Hunde einen anatomischen Vorteil. Ihre lange Nase schützt sie zumindest davor, dass größere Partikel in die unteren Atemwege gelangen. Dies gilt natürlich nicht für die kurzschnäuzigen, brachycephalen Rassen wie French Bulldog und Mops, und schon gar nicht für Katzen. Und sehr kleine Partikel, wie sie bei der Verbrennung entstehen (Ruß, Rückstände der Dieselverbrennung), können auch bei Hunden die unteren Atemwege erreichen, also in Bronchien und Lunge Probleme verursachen. Erschwerend kommt hinzu, dass Hunde quasi auf Auspuff-Höhe atmen und somit höhere Abgas-Konzentrationen inhalieren als Menschen. Zusätzlich zum Feinstaub ist auch für Haustiere das giftige Stickoxid eine Belastung, das derzeit im Mittelpunkt des Dieselskandals thematisiert wird. Das Reizgas dringt tief in die Lunge ein und löst hier Entzündungsreaktionen aus, die auf Dauer die Vernarbung des Gewebes und eine eingeschränkte Lungenfunktion verursachen können.

Was kann man tun? In den Städten, wo die Belastung am höchsten ist, leben die meisten Katzen in der Wohnung und sind dort zumindest vor Autoabgasen weitgehend geschützt. Hunde aber, gerade in den Metropolen beliebte „Familienmitglieder“, müssen raus. Sie brauchen mehrmals täglich ihren Gassi-Gang – und man kann nicht jedes Mal mit ihnen ins Grüne fahren. Auch Atemschutzmasken sind für die ständig schnüffelnden Fellnasen keine Option.

Umso wichtiger ist die konsequente Unterstützung der körpereigenen Abwehr. Letztendlich müssen die Immunzellen krankmachende Agenzien eliminieren. Für eine Stärkung der unteren Atemorgane kann NeyDil Nr. 44 D4 pro vet. (vitOrgan) unterstützend wirken. Der biomolekulare Wirkstoff kann den Zellstoffwechsel in Lunge und Bronchien verbessern und damit die Abwehr- und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Damit ist es nicht nur als prophylaktische Maßnahme einsetzbar, sondern kann auch bei schon bestehender Symptomatik effektive Reparaturanreize geben.

Die Verabreichung erfolgt üblicherweise als Subkutan-Injektion. Das Präparat eignet sich aber auch hervorragend zur Inhalation mittels Ultraschallvernebler. Wie beim Menschen haben auch bei den Haustieren viele Asthma-Erkrankungen einen allergischen Hintergrund und werden durch Smog verschlimmert. Hier würde ich eine Kombination mit NeyDil Nr. 78 D4 pro vet. oder einer Allergostop-Therapie versuchen.

Das große Jucken auf der Koppel

foto: 2Ole2 /pixabay.com

Mit den warmen Temperaturen kommen die Mücken – und es beginnt das große Jucken auf der Pferdekoppel. Extrem viele Pferde reagieren allergisch auf Insekten. Vorwiegend sind es die Kriebelmücken, aber auch andere Steckmücken lösen die Beschwerden aus. Darüber hinaus gibt es Pferde, die auf Umgebungsfaktoren wie Pollen oder Schimmelpilze reagieren. Diese Tiere zeigen – bei entsprechendem Auslöser – ganzjährig Hautsymptome, sind aber in den meisten Fällen auch im Sommer am schlimmsten betroffen.

So erscheinen ab Beginn des Frühjahrs auf vielen Koppeln dick eingepackte Tiere, deren Ganzkörperschutz nicht vor kalten Temperaturen, sondern einzig vor dem Biss der Mücken schützen soll. Und die Besitzer verbringen täglich Stunden mit der Pflege der Ekzemer-Haut. Sie waschen, cremen und salben, damit aus den aufgescheuerten Stellen keine großflächigen Entzündungen wachsen.

Behandlungs- und Produkt-Tipps gibt es viele. Unzählige Foren, Blogs und Gruppen überbieten sich in Vorschlägen, wie dem Pferd zu helfen sei. Allen Ratschlägen ist gemein, dass sie nur einzelnen Tieren helfen. Wichtig für den Halter ist, nicht viele verschiedene Maßnahmen parallel einzuleiten, sondern Schritt für Schritt geduldig zu probieren, welche Mittel ihrem individuellen Pferd am besten helfen. Ein Patentrezept gibt es nicht. Allerdings hilft das Wissen um das überschießende Immunsystem, um mit etwas Glück Normalität wiederherzustellen.

Wie in den meisten Bereichen der Medizin steht eine angemessene Ernährung im Mittelpunkt. Das Sommerekzem gilt als Wohlstandskrankheit, Pferde werden nicht nur fett-, sondern auch (allergie)krank gefüttert. Es gibt weitere Faktoren, die das Allergiegeschehen begünstigen. Es können psychische oder hormonelle Störungen dahinterstecken oder ein Stoffwechselproblem. Durch Haltungs- und Fütterungsoptimierung, Entgiftung und eine Eigenblutbehandlung kann aber vielen Pferden geholfen werden, die warme Jahreszeit entspannter zu verbringen.

Nicht nur Allergien

Er juckt sich, kratzt sich, beißt sich – was hat Bello nur? Juckreiz kann vielerlei Ursachen haben. Häufig steckt eine Allergie dahinter, doch es gibt andere mögliche Erklärungen, die man nie außer Acht lassen sollte. Eine Übersicht über die häufigsten Juckreiz-Auslöser und ihre Therapie-Möglichkeiten gebe ich am Freitag, 27.4.2018, in einem Webinar auf Einladung von „communicanis“. Da ich auf Allergien dieses Mal nur oberflächlich eingehe, bekommt jeder Teilnehmer einen 3-Euro-Gutschein für mein Buch „Tierischer Juckreiz – Allergien bei Hunden verstehen und behandeln“ …  Anmeldungen zum Online-Seminar unter diesem Link

„Wuff“-Artikel über Hot Spots

Sie kommen plötzlich und quälen mit Juckreiz und brennenden Schmerzen: Hot Spots sind besonders in der warmen Jahreszeit ein Problem. In meinem Artikel dazu in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wuff“ habe ich die Gelegenheit genutzt, ganz tief ins Thema einzusteigen. Ich beschreibe detailliert, worum es sich bei Hot Spots handelt und wie man die oberflächliche von der tiefen Form unterscheidet. Das ist wichtig, weil es nicht immer Sinn macht, sich zu Hause an der Behandlung der Hautentzündung zu versuchen. Für leichte Fälle gebe ich Tipps zur Behandlung mit den Mitteln aus der Natur. Ausserdem im Magazin: Sheltie Rasseportrait, Infos zu Flöhen und Zecken, Hundeberuf Warnhund, und sehr interessant die Frage: „Haben Hunde ein Gewissen?“ Das Heft (wie die Zeitschrift „Wuff“ überhaupt!) lohnt sich für alle Hundehalter, die es genauer wissen wollen. Ab heute im Zeitschriftenhandel.

Tierischer Juckreiz als Thema des Tages

Kennen Sie schon das Veggieradio? Hier gibt es Informationen für Veganer, Vegetarier und natürlich alle anderen Interessierten. Denn der Sender berichtet nicht nur über fleischfreie Ernährung. Es geht auch um Tierschutz, Gesundheit, Kultur… kurz: Das Veggieradio bietet ein umfangreiches Programm  für tierliebende Menschen und eine ernährungsbewusste Lebensweise. Alle Beiträge sind in der Mediathek online abrufbar.

Auch die Gesundheit der Haustiere ist in den vier Jahren seit Gründung des Senders immer wieder ein wichtiges Thema. Deswegen bewertet man mein Buch „Tierischer Juckreiz – Allergien bei Hunden verstehen und behandeln“  als Tagesthema und strahlt ein umfangreiches Interview mit mir über Allergien bei Hunden aus. Klicken Sie hier, um es zu hören.

Schon in Kürze wird das Veggieradio eine regelmäßige Kolumne mit mir bringen: „Hörer fragen – Tierheilpraktikerin Annette Dragun antwortet“. Es geht um die vielen Fragen rund um die Haltung und Ernährung unserer Haustiere und alles rund um die Naturheilkunde für Vierbeiner. Wie heißt es immer so schön im Sender: Bleiben Sie dran!

 

 

Waschen, schneiden, föhnen?

Vorsorgeuntersuchung für den Jüngsten

Nein, bitte nicht! Wenigstens sollten Sie nicht Ihren Hund schick machen, bevor er zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt geht. Und das schon gar nicht, wenn der Besuch durch ein Hautproblem notwendig wird. Denn der Therapeut muss Haut und Fell des Patienten im Naturzustand sehen.

Es gibt noch mehr Möglichkeiten, sich auf den Praxisbesuch vorzubereiten, so dass dieser für Hund und Herrchen streßfrei und ergiebig vonstatten geht. Was? Das erfahren Sie in meinem Webinar am Dienstag, 27. Februar, um 19.30 Uhr. Titel: „Dann klappt’s auch mit dem Tierarzt!“. Die Teilnahme ist wie immer möglich mit einer schnellen Internetverbindung und Lautsprechern oder Headset. Einfach anmelden – das Webinar ist kostenlos!

Kein Schlaganfall, aber…

Es beginnt ganz plötzlich: Der Hund torkelt, schwankt, fällt sogar um. Er hält den Kopf schief, vielleicht zittern die Augäpfel (Nystagmus). Fressen mag er gar nicht, und wenn man ihn zur Futteraufnahme drängt, erbricht er kurz darauf.

Alter Hund mit grauer Schnauze
Bei älteren Hunden kann es zu Durchblutungsstörungen des Gleichgewichtsorganes kommen

Ursache der Beschwerden ist eine Durchblutungsstörung im Innenohr, die das Gleichgewichtsorgan, den Vestibularapparat, beeinträchtigt. Betroffen sind fast immer ältere Hunde. Bei starken Symptomen vermuten Hundebesitzer oft fälschlicherweise einen Schlaganfall, also Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dieses Erkrankungsbild gibt es aber bei Hunden eher selten, während das geriatrische Vestibularsyndrom recht häufig auftritt.

Beim Tierarzt wird üblicherweise eine Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Mitteln eingeleitet. Die Symptome sollten sich damit innerhalb von wenigen Tagen deutlich verringern, und die meisten Patienten sind nach wenigen Wochen komplett genesen. Bei wenigen bleibt eine Kopfschiefhaltung zurück, die sich durch geeignete Physiotherapie verringern kann.

Man kann das Vestibularsyndrom homöopathisch behandeln, ich würde aber dem unerfahrenen Besitzer davon abraten, hier selbst Versuche zu unternehmen. Ein Hund mit der beschriebenen Symptomatik braucht umgehend professionelle Hilfe. Wichtig ist aber nach der Akutversorgung die Nachbehandlung, um den Organismus zu stärken und Rezidiven vorzubeugen. Ich als Tierheilpraktikerin setzte revitalisierende Kuren aus der Homöopathie oder Organotherapie ein. Zusätzlich verordne ich Wirkstoffe zur Kreislaufunterstützung.