Wasser – das Superfood…

…und das nicht nur zur Sommerzeit! Denn im täglichen Leben wird die Notwendigkeit des Trinkens von der Mehrzahl der Menschen unterschätzt. Für sein Haustier gibt so mancher viel Geld für gutes Futter aus, aber das Trinkverhalten wird völlig ignoriert. Dabei kann jedes Lebewesen über seinen Flüssigkeitshaushalt viel für seine Gesundheit tun.

Wasser ist Bestandteil jeder Körperzelle und somit Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel. Es hilft als Transportmittel, die Zellen mit Nährstoffen zu versorgen und Stoffwechselendprodukte auszuscheiden. Es hält das Blut flüssig und unterstützt so den Kreislauf und die Herzfunktion. Die inneren Organe, allen voran die Niere, sind von ausreichend Flüssigkeitszufuhr abhängig. Auch für die Regelung der Körpertemperatur wird Wasser benötigt: Der Mensch schwitzt es aus, bei Hund und Katze geht Feuchtigkeit durch Hecheln verloren. Wasser schützt den kompletten Körper vor Erkrankungen, von A wie Arthrose bis Z wie Zystitis (Blasenentzündung).

Ein Chihuahua trinkt aus einem großen Napf
Im Sommer darf’s ein bisschen mehr sein – trinkender Chihuahua (Foto: Thomas B., pixabay)

Vielen Tierhaltern ist nicht bekannt, wie hoch der Wasserbedarf seines vierbeinigen Lieblings ist. Es ist nicht schwer zu berechnen: Ein Hund braucht pro Kilo Körpergewicht täglich 20 bis 150 Milliliter Wasser. Wiegt Bello also 10 Kilo, liegt die optimale Trinkmenge zwischen 0,2 und 1,5 Liter. Warum die große Spanne? Die Menge ist abhängig von Bewegung und Aussentemperatur, vor allem aber von der Fütterung. Wird der Hund ausschließlich mit Trockenfutter (maximal 10 % Feuchtigkeit) ernährt, muss er den kompletten körpereigenen Flüssigkeitsbedarf durchs Trinken abdecken. Bekommt er dagegen Frisch- oder Nassfutter, wird durch die Lebensmittel schon ein Teil des Wasserbedarfs geliefert.

Auch bei Katzen ist die Art der Fütterung ausschlaggebend für den Trinkverhalten. Bekommt die Mietze ausschließlich Nassfutter, nimmt sie damit schon fast genügend Flüssigkeit auf. Bei einer Fütterung mit Pellets dagegen sollte sie täglich 80 bis 100 ml Wasser pro Kilo Körpergewicht zu sich nehmen.

Die Kontrolle der Trinkmenge kann einfach sein – wenn man nur ein Tier hat und dieses nur im Haus trinkt. Man misst morgens die Menge des Frischwassers in den Näpfen und am nächsten Morgen die Restmenge. Die Differenz gibt Auskunft über den Wasserkonsum des Haustieres. Bei mehreren Tieren ist es nicht ganz so leicht – und bei Freigängerkatzen fast unmöglich. Ob das Tier zu wenig getrunken hat, kann man zum Beispiel an den Schleimhäuten erkennen. Wenn diese trocken sind, der Speichel klebrig erscheint, kann das an einer zu geringen Wasseraufnahme liegen.

Und wenn das Tier ungern trinkt? Es gibt verschiedene Tricks, Wasser attraktiv zu machen:

  • Einen Schluck Sahne untermischen
  • Einen Schluck alkoholfreies Bier untermischen
  • Ein wenig Fleisch- oder Knochenbrühe untermischen
  • Einen Trinkbrunnen anbieten
  • Verschiedene Gefäße anbieten, manche Katzen trinken nur aus kleinen Schalen, manche Hunde lieben es, aus Gießkannen oder Eimern zu saufen
  • Wasser- und Futternapf räumlich getrennt stellen (besonders für Katzen wichtig)
  • Manche Tiere lieben es, direkt aus dem Wasserhahn zu trinken
  • Ins Nassfutter einen Extra-Schluck Wasser mischen
  • Abgestandenes Wasser anbieten

Trinken schützt die Gesundheit! Es ist sinnlos, den Körper mit teuren Nahrungsergänzungsmitteln zu versorgen, wenn die Grundlage nicht stimmt. Viele Erkrankungen entstehen oder verstärken sich durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Wasser ist das wichtigste Superfood der Welt – und das nicht nur zur Sommerzeit.

Tierisch kalkuliert – mein neues Buch

Das Cover vom Buch „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“

Im Winter packte mich wieder die Schreiblust – und das kam dabei heraus: „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“ ist diesmal weniger medizinisch, dafür enthält es jede Menge Tipps, um das Hunde-Budget zu schonen, ohne die Lebensqualität zu senken. Zusätzlich beleuchte ich das Thema Klimaschutz und Ökologischer Pfotenabdruck. Auch hierzu gibt es alltagstaugliche Ratschläge, wie sich mit wenig Aufwand die Folgen für die Umwelt durch die Hundehaltung mindern lassen. Denn diese Auswirkungen sind existent – und sie lassen sich verringern.

Aus dem Inhalt:

Anschaffung: Wie du mit einem Hund aus dubioser Herkunft Tierquälerei unterstützt und woran du seriöse Züchter und Tierschutzvereine erkennst.

Auswahl: Warum der falsche Welpe dich jährlich tausende Euro kosten kann und wie du das verhinderst.

Prophylaxe: Welche Ratschläge deinen Hund wirklich schützen und wann es nur um dein Bestes geht – dein Geld.

Gesundheit: Wie du ruinösen Tierarztrechnungen vorbeugst.

Fütterung: Was gesunde Ernährung wert ist, und warum sie kein Vermögen kosten muss.

Zubehör: Hol das Beste aus deinem Vierbeiner-Budget!

Steuern und Versicherungen: Was muss, was kann, und wo lässt sich sparen?

Training: Teurer Trainerverschleiß oder braver Hund für kleines Geld – du hast es in der Hand.

Freizeit: Zum Nulltarif – Kreative Ideen für Spiel, Spaß und Lebensfreude.

Dies und vieles mehr findet sich auf 218 Seiten, und zwar ebenso informativ wie unterhaltsam. „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“ ist jetzt in allen Buchhandlungen unter der ISBN 978-3753446240 erhältlich und kostet 17,90 Euro. wer ein signiertes Exemplar bei mir direkt bestellen möchte, schicke mir bitte ein e-mail!

 

 

Bellas Baby

Bella ist Mutter geworden. Ihr Gesäuge ist gefüllt, sie verlässt kaum ihr Körbchen. Leise winselnd schleckt sie ihr Baby ab – einen Hausschuh.

Denn Bella hatte während ihrer Läufigkeit vor wenigen Wochen keinen Kontakt zu einem Rüden. Ihre gefühlte Mutterschaft ist einer ganz normalen Hormonentwicklung geschuldet. Scheinträchtigkeit nennt man diese Phase.

Hund mit Spielzeug
Spielzeug oder Ersatzwelpe? In der Phase der Scheinschwangerschaft eine wichtige Frage Bild: Corrie Miracle, Pixabay

Gerade jetzt, zu Beginn des Frühjahrs, sind viele Hündinnen läufig oder bereits im Stadium des Metöstrus, der Nachbrunst. Dann kommt es zu den Symptomen der Scheinschwangerschaft. Manche Hündinnen zeigen sich völlig unbeeinflusst, andere steigern sich beinahe hysterisch in ihre eingebildete Rolle als Mama hinein. Es kommt zu Milcheinschuss, vielleicht wächst sogar der Bauch. Die Hündinnen bauen Nester und wollen diese nur höchst ungern verlassen. Sie tragen Spielzeuge herum, verstecken und bemuttern sie. Manche reagieren sogar ihren Haltern gegenüber aggressiv bei der Verteidigung ihres „Wurfs“.

Die meisten Hündinnen zeigen aber keine oder nur leichte Symptome der Lactatio falsa. Der Name weist auf das Hormon Prolaktin hin, das am Ende einer Schwangerschaft für die Milchbildung und die Muttergefühle verantwortlich ist. Die Scheinträchtigkeit ist ein Relikt der Vorzeit und dient der Arterhaltung. Im Wolfsrudel bekommt nur die Leitwölfin Junge, obwohl alle weiblichen Tiere gleichzeitig läufig sind. Durch ihre Scheinmutterschaft können die rangniedrigen Wölfinnen bei der Aufzucht der Welpen helfen und sogar einspringen, wenn der echten Mama etwas zustößt.

Deswegen ist eine Scheinträchtigkeit nicht als Krankheit zu werten, es handelt sich hier um den ganz normalen hormonellen Zyklus. Für manche Hunde – und ihre Halter – kann diese Phase dennoch quälend sein. Von schulmedizinischer Seite wird dann ein Hormonpräparat, ein Prolaktinhemmer gegeben. Naturheilkundlich bekommt man die meisten Fälle mit einer homöopathischen Therapie unter Kontrolle. Der Halter ist währenddessen gefordert, das Verhalten der Hündin möglichst zu hemmen. Hilfreich ist Ablenkung durch viele Spaziergänge, durch Sport und Spiel. Im Haus sollten alle Spielzeuge und jeder denkbare Ersatzwelpe weggeräumt werden.

 

Kastration? Ja? Nein? Wann? Neue Studie

Verschiedene Hunde im Herbstlaub
Gerade bei der Haltung mehrerer Hunde ist die Kastration Thema. Zur Frage nach dem „Wann“ gibt es jetzt neue Informationen

Garantiert hohes Streitpotential unter Hundehaltern bietet das Thema der Kastration. Von „niemals“ über „bloß nicht zu früh“ bis „unbedingt und jederzeit“ reichen die Meinungen. Gestützt wird sich dabei auf Vorurteile, auf aktuelle oder schon überholte Fakten oder einfach auf das Bauchgefühl.

Grundsätzlich hat sich die allgemeine Ansicht stark geändert. Bis vor wenigen Jahren wurde völlig unkritisch kastriert. Wünschte der Hundehalter den Eingriff für sein Tier, stieß er nur bei wenigen Tierärzten auf Bedenken. Im Gegenteil, die meisten Veterinäre befürworteten und empfahlen vehement die Entfernung der Fortpflanzungsorgane, ergaben sich doch scheinbar dadurch nur Vorteile.

Heute, nach mehreren Jahrzehnten großzügigen Skalpelleinsatzes, dreht sich die Meinung. Das Versprechen, dass viele Verhaltensauffälligkeiten durch die Kastration eliminiert würden, ließ sich in vielen Fällen nicht einhalten. Im Gegenteil – kastrierte Rüden und Hündinnen zeigten einen Hang zu ganz neuen Psychoticks.

Und auch die körperliche Gesundheit erfuhr nicht nur positive Unterstützung. Schon vor einigen Jahren wiesen erste Studien darauf hin, dass bei kastrierten Hunden die Tendenz zu Gelenkerkrankungen deutlich anstieg. Andere Untersuchungen zeigten statistisch ein erhöhtes Krebsrisiko. Dabei hatte es doch immer geheißen, dass Hündinnen durch die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken viel seltener an Mammatumoren litten? Und was ist mit der Inkontinenz? Sind wirklich so viele kastrierte Hündinnen im Alter „nicht ganz dicht“?

Tatsächlich wurde in früheren Studien meist nur „der gemeine Hund“ genannt. Einen Zusammenhang zwischen Rassen und Erkrankungsrisiko hatte bisher selten jemand untersucht. Dies wurde nun durch eine Auswertung der Patientenkartei des Veterinary Medical Teaching Hospital der University of California, Davis, nachgeholt. Man analysierte die Daten von hunderten von intakten und kastrierten Hündinnen und Rüden aus 35 verschiedenen, populären Rassen. Dabei richtete man das Augenmerk auf Gelenkerkrankungen, verschiedene Krebsarten und Harninkontinenz. Es ging nicht nur darum, ob Hunde verschiedener Rassen unterschiedliche Krankheitsdispositionen zeigen. Vor allem wollte man herausfinden, wie sehr das Alter beim Eingriff die Entstehung der Leiden begünstigt.

Als Ergebnis wurde diesen Sommer eine rassenspezifische Empfehlung zum Kastrationsalter der verschiedenen Hunderassen veröffentlicht. Man fand nämlich heraus, dass bei manchen Rassen eine Frühkastration die Gefahr von Gelenkschäden deutlich vergrößert. Bei anderen Rassen war das Alter des Eingriffs in Zusammenhang mit der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen zu finden.

Eine Schwachstelle der Auswertung war, dass nicht alle erfassten Patienten bis zum Lebensende beobachtet werden konnten. Dies hätte möglicherweise klarere Zahlen besonders im Hinblick auf altersbedingte Erkrankungen gebracht. Trotzdem ist das Ergebnis, eine Tabelle mit der Empfehlung zum günstigsten Kastrationsalter, eine große Hilfe bei der Frage, wann der Eingriff die wenigsten Risken nach sich zieht. Zur grundsätzlichen Überlegung, ob man sein Tier intakt lässt, bringen die Details der Studie ebenfalls eine Entscheidungshilfe. Sie finden diese hier im englischen Original.

Übrigens: Die Harninkontinenz – nicht nur der kastrierten Hündin – lässt sich in vielen Fällen durch eine homöopathische Behandlung kontrollieren. Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit mir!

Live-Vorträge jetzt in Leck

UPDATE Der Vortrag am 6.11. fiel Corona-bedingt aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt…

Nach meinem ersten Vortrag im März kam es zur Corona-Pause –  jetzt starten wir wieder durch. In drei Vorträgen erfahren Interessierte alles rund um den Seniorhund, ums Zusammenleben mit der Grauschnauze und was zu tun ist, damit der Vierbeiner gesund alt wird. Die Veranstaltungen sollten ursprünglich im Fachmarkt für Heimtierbedarf „Tierisch gut“ in Bredstedt stattfinden. Hier finden Tierhalter das komplette Sortiment an Futter und Zubehör für die Haustierhaltung – und eine kompetente Beratung.

Aus Platzgründen halten wir die kommenden Vorträge im Familienbildungszentrum Leck (Flensburger Str. 7). Es sind noch Restplätze frei, und zwar an den Freitagen 11.9. und 25.9. sowie 6.11.2020. Anmeldungen bitte direkt an mich (Tel. 04661-902332 oder Mail an info/ät/thp-nf.de) oder  direkt bei „Tierisch gut“ . Beginn ist jeweils um 19 Uhr – so habe ich anschließend auch reichlich Zeit für Ihre Fragen. Der Unkostenbeitrag liegt bei 12 Euro / Person inkl. Erfrischungen.

Fortbildung für Tiertherapeuten

Tierheilpraktiker und verwandte Berufe haben häufig mit Hunden mit Allergien zu tun. Um mit dieser komplizierten Thematik sicher umgehen zu können, braucht es ein fundiertes Wissen. In meiner achtwöchigen online-Fortbildung „Allergien bei Hunden in der Tierheilpraxis“ erfahren TherapeutInnen alles von A-Z. Weitere Infos hier

 

Doppelter Heilreiz

tierisch geheilt ist der Titel eines Fachmagazins für praktizierende Tierheilpraktiker. Ein Team aus erfahrenen Heilpraktikern, Tierheilpraktikern, Tiertrainern, Dozenten und Journalisten sowie Fachautoren gibt Einblick in alternative Behandlungmethoden und Techniken. In der aktuellen Ausgabe 02/2020 stelle ich meine Erfahrungen mit der Organo-Akupunktur vor. Hier wird mit einer Kombination aus Akupunktur und Organotherapie dem Organismus ein doppelter Heilreiz vermittelt, der noch verstärkt wird, weil die beiden kombinierten Therapieformen synergistisch wirken. In tierisch geheilt verdeutliche ich das anhand von verschiedenen Patientenfällen mit chronischen Atemwegserkrankungen.

 

Geriatrie ist Thema

Seniorhunde sind ein großes Thema in der Tiermedizin -die aktuelle Ausgabe von „Mein Tierheilpraktiker“ enthält sogar ein „Special: Geriatrie“. Dort erscheint auch mein Gastbeitrag mit dem Titel „TÜV für den Seniorhund – Vorsorge ist wichtig“. Vielen Hundebesitzern wird erst spät bewusst, dass ihr Tier nicht nur alt wird, sondern auch altersbedingte Erkrankungen entwickelt. Manche Tiere müssen lange leiden, weil ihre Halter glauben, sie sind „eben nicht mehr die Jüngsten“. Tatsächlich lassen sich die meisten Symptome und Krankheiten gut behandeln, lindern oder sogar heilen. Um rechtzeitigt böse Entwicklungen zu erkennen, ist ein regelmäßiger Check beim Tierheilpraktiker oder Tierarzt wichtig.

Sehr ausführlich erkläre ich die Thematik natürlich auch in meinem Buch „Tierisch Grau – So bleibt der Seniorhund gesund“. Erhältlich im Buchhandel (ISBN: 978-3750406070).

 

Gastbeitrag in Wuff

Ein Buch will promotet werden, und die ersten Schritte für einen hohen Bekanntheitsgrad sind die schwersten. Toll ist es, wenn Magazine darauf hinweisen oder sogar Beiträge von mir drucken. Aktuell findet sich ein Artikel im Hundemagazin Wuff online. Thema: Häufig werden Veränderungen beim Hund „nur“ aufs Alter geschoben und hingenommen. Dabei kann man viele Beschwerden lindern, wenn man ihnen auf den Grund geht, und damit die Lebensqualität von Hund & Anhang steigern. Viel ausführlicher stelle ich das natürlich in meinem Buch „Tierisch Grau – So bleibt der Seniorhund gesund“ dar.

 

Gesundheit aus dem Sack?

Angenommen, Ihr Kinderarzt sagt, dass Sie ab sofort Ihrem Nachwuchs keine frischen Lebensmittel mehr geben sollten. Er erklärt, dass die Steppkes mit Pellets aus einem pürierten, hocherhitzten, gepressten und schließlich getrockneten und in Stücke geformten Brei aus Nahrungsmitteln nicht identifizierbarer Herkunft perfekt ernährt sind. Glauben Sie ihm?

Schüssel mit Trockenfutter
Die Standardnahrung vieler Vierbeiner. Ist da wirklich alles drin, was Bello braucht?

Vermutlich nicht. Die Vorstellung ist ja auch zu absurd. Dennoch sind ganz viele Hunde- und Katzenhalter überzeugt, dass ihr Tier nur mit Trockenfutter gesund ernährt werden kann. Ich habe schon häufig erlebt, dass sich Patientenbesitzer auf die Frage nach der Fütterung entschuldigten: „Er verträgt kein Trockenfutter“. Sonst würden sie es ganz sicher geben, alle sagen schließlich, das sei die beste Nahrung für den Vierbeiner. Dabei muss man nur auf die Deklaration der Inhaltsstoffe und auf die Anatomie des Tieres schauen, um zu einer anderen Ansicht zu kommen.

Beginnen wir bei den Ingredienzien: Bei vielen Industriefuttern steht an erster Stelle Reis, Weizen oder Mais. Das bedeutet, dass im Sack mehr Getreide ist als Fleisch. Die Reihenfolge der Inhaltsstoffe erfolgt in absteigender Menge. Beginnt also die Deklaration mit „Rindfleisch, Hühnerfleisch, Reis…“, dann ist mehr Rindfleisch als Huhn und mehr Huhn als Reis enthalten. Man kann von einem recht hohen Fleischanteil ausgehen. Steht am Anfang aber „Rindfleisch, Reis, Mais…“, ist zwar mehr Rind als Reis enthalten. Es ist aber möglich und sogar wahrscheinlich, dass Reis und Mais zusammen einen höheren Anteil im Futter ausmachen, als das Fleisch.

Rohfütterung ist im Trend, aber nicht für jeden Hund und nicht für jeden Haushalt praktikabel

Nun ist Getreide nicht giftig – oder sagen wir es so: Wie überall, macht die Menge das Gift. Der Hund kann Stärke einigermaßen verdauen, aber sie liefert ihm kaum die Nährstoffe, insbesondere Aminosäuren, die er braucht. Wenn eine Futterration zu 50 und mehr Prozent aus ernährungsphysiologisch unwichtigen pflanzlichen Bestandteilen besteht, bleibt für essentielle Futterkomponenten zu wenig Platz im Napf. Dazu kommt, dass der Gehalt an Antinährstoffen die Bioverfügbarkeit anderer Nährstoffe vermindert. So etwa die in Getreide enthaltene Phytinsäure, die die Aufnahme verschiedener Mineralien hemmt, oder die in vielen Fertigfuttern als billiger Füll- und Klebstoff enthaltene Zellulose. Das erfordert wieder eine höhere Substituierung mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Warum nicht gleich ein Futter reichen, das die notwendigen Inhaltsstoffe möglichst in Naturform mitbringt?

Dazu kommt, dass extrudiertes Trockenfutter extrem stark verarbeitet ist. Zum Teil sind die Inhaltsstoffe für den Körper nicht mehr als Lebensmittel identifizierbar, was ein Grund für die Zunahme der Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten ist. Und ohne die Anreicherung mit ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen müsste man die Brocken aus der Tüte eher als Füllstoff denn als Futter bezeichnen. Etwas besser sieht die Bilanz von Dosenfutter aus. Wobei natürlich auch hier alles von minderwertiger bis sehr guter Qualität zu kriegen ist. Für viele Hundehalter ist die beste Art der Fütterung das sogenannte BARF – biologisch artgerechte Rohfütterung. Das aber ist weder für jeden Hund noch in jedem Haushalt praktikabel. Es gibt aber Fertigfutter, die auch hohen Ansprüchen an die Ernährung gerecht werden.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Art der Hundeernährung ausgeglichen und gesund ist, ob Ihr Liebling damit optimal versorgt ist, dann vereinbaren Sie mit mir einen Termin zur Fütterungsanalyse und Futterberatung.