Interview zu Hunde-Kosten

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Das Online-Magazin „Mein Herz bellt“ bringt regelmäßig interessante Interviews und Blogbeiträge.

Wieviel kostet die Hundehaltung? Kann ich mir ein Haustier leisten? Nicht alles lässt sich vorab kalkulieren. „Mein Herz bellt – Das Magazin für den interessierten Hundefreund“ greift genau dieses Problem im Interview mit mir auf. Wir reden darüber, wie man sich vor unvorhergesehenen Kosten für die medizinische Versorgung des geliebten Vierbeiners schützen kann. Oder wie man sich darauf vorbereitet. Wir diskutieren, was man eigentlich braucht für sein Tier, warum wir manchmal Geld für Unsinniges ausgeben, aber auch, warum manchmal ein bisschen Luxus sein muss. Und wir besprechen, in welchen Fällen es die beste Entscheidung ist, auf ein eigenes Tier zu verzichten. Das Interview von und mit Anja Kiefer gibt es als Video und als Podcast.

 

Der große Knall – Webinar gegen Silvesterangst

Grafik Webinar gegen SilvesterangstEs knallt, es blitzt – dein Hund wird kleiner und kleiner, er zittert, er hechelt, er speichelt, er versucht zu fliehen… Du versuchst alles, ihn zu beruhigen, aber er bebt am ganzen Körper und reagiert nicht auf dich.

Wenn du in diesem Jahr nicht hilflos neben deinem panischen Hund sitzen willst, hilft dir das Webinar „Der große Knall“. Zusammen mit Hundetrainerin Luisa Carstensen zeige ich dir, wie du deinen Hund mit einfachen Mitteln in die Entspannung führst. Dabei unterstützen euch bewährte Mittel aus der Naturheilkunde.

Hier kannst du die Aufzeichnung kaufen.

 

Die Inhalte:

  • So bereitest du deinen Hund auf Silvester vor

  • Was ist Angst? Warum will ich meinen Hund davor schützen?

  • Entspannung auf Signal trainieren

  • Den Hund durch Signale in die Entspannung führen

  • Unterstützung durch die Naturheilkunde, wahlweise mit

    • Aromatherapie

    • Bachblüten

    • Phytotherapie

    • Akupressur

 

Diese Kristalle braucht keine Katze

Die Katze wird unsauber? Sie wirkt krank, geht viel häufiger aufs Katzenklo oder gibt dort ungewohnte Laute von sich? Da könnte ein Problem mit der Blase dahinterstecken. Krankheiten der unteren Harnwege gehören bei Katzen zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch. Harngries- und Harnsteinbildung sowie Harnwegsentzündungen sind nicht nur schmerzhaft, sie können zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen führen.

Katze auf der Couch
Zu wenig Bewegung kann die Bildung von Harngries begünstigen (foto: Nicole2 / pixelio.de

Die Harnwegserkrankungen im Bereich von Blase und Harnröhre werden FLUTD genannt (Feline Lower Urinary Tract Disease). Es beginnt mit Kristallen im Urin, die sich durch Abbauprodukte der Niere bilden. Sie sind mikroskopisch klein und werden normalerweise ausgeschieden. Bei starker Kristallisierung aber wachsen die Kristalle zu Harngries und weiter zu Harnsteinen. Diese können in der Blase und in den ableitenden Harnwegen Entzündungen verursachen und sogar die Harnröhre verstopfen, was aufgrund der engen Anatomie in diesem Gebiet besonders häufig bei Katern passiert. Wenn kein Urin mehr abgesetzt werden kann, ist das mit extremen Schmerzen und Lebensgefahr für das Tier verbunden und immer ein medizinischer Notfall.

Bei einigen Katzenrassen vermutet man eine genetische Veranlagung für FLUTD. Häufig aber hat die Erkrankung mit der Ernährung zu tun. Hier ist grundsätzlich von Trockenfutter abzuraten. Katzen trinken von Natur aus wenig. Besteht die Fütterung aus Pellets, wird aufgrund der geringen Flüssigkeitszufuhr der Urin zu stark konzentriert. Viele Futter sind zudem unphysiologisch mit Mineralien und Vitaminen angereichert, was ebenfalls die Bildung von Blasensteinen fördert. Selbst teure Trockenfutter schützen nicht vor Harngries! Begünstigt wird die Bildung von Harngries und -steinen außerdem durch fehlende Bewegung, Übergewicht und Stress.

Übrigens gibt es auch bei Hunden Blasensteine. Zeigt ein Hund Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen oder hat immer wieder Blasenentzündungen, muss er dahingehend untersucht werden.

Behandlung:

  • Bei Schmerzen, Problemen beim Urinabsatz, schlechtem Allgemeinbefinden oder blutigem Harn:  umgehend zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt. Kann das Tier keinen Urin mehr absetzen: Notfall – sofort Tierarzt oder Tierklinik aufsuchen.
  • Blasenentzündung: Es gibt wirksame homöopathische Mittel. Wenn aber Harngries die Ursache ist und nicht vermieden wird, sind Rezidiven vorprogrammiert.
  • Vor erneuter Gries- und Steinbildung kann die richtige Fütterung schützen. Es ist aber wichtig zu wissen, welche Art von Kristallen sich bilden. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Harns muss die Art der Kristalle bestimmt werden, um zukünftig durch die angepasste Ernährung den PH-Wert zu optimieren.
  • Durch regelmäßige Messungen des Urin-PH-Wertes (zu Hause mit Teststreifen möglich) kann man einer erneuten Griesbildung rechtzeitig vorbeugen. Der PH-Wert lässt sich durch die Ernährung und Nahrungsergänzung steuern.

So kann man vorbeugen:

  • Artgerechte Fütterung – Katzen sind Fleischfresser. Besonders frisches Fleisch sorgt für einen physiologischen PH-Wert des Urins. Nassfutter sollte einen hohen Fleischanteil und kein Getreide oder Zucker enthalten.
  • Ausreichend Bewegung – besonders Wohnungskatzen müssen zur Bewegung animiert werden.
  • Immer frisches Wasser – achte drauf, aus welchen Behältern und an welchen Standorten die Katze am liebsten trinkt. Verschiedene Näpfe, evtl. einen Zimmerbrunnen anbieten.
  • Toilettenhygiene – dazu gehört auch, dass genügend Toiletten im Haus verteilt sind. Im Mehrkatzenhaushalt mindestens ein Katzenklo pro Tier.
  • Übergewicht und Stress vermeiden.

Neues Gesetz kappt Therapiefreiheit

Heute habe ich ein dringendes Anliegen: Der Bundestag hat im Juli ein Tierarzneimittelgesetz beschlossen. Das musste aufgrund einer EU-Vorgabe geschehen – aber die Teutonen haben es mal wieder verschlimmbessert. Warum ich das berichte? Weil es nach diesem TAMG ab Ende Januar 2022 verboten sein wird, Haustiere mit apothekenpflichtigen (NICHT verschreibungspflichtigen) Arzneimitteln zu behandeln, die nicht explizit für die Anwendung am Tier zugelassen sind.

Dazu gehören:

  • so gut wie alle homöopathischen Globuli
  • sehr viele Kräuterheilmittel
  • Enzyme, ohne die viele Haustiere mit Bauchspeicheldrüseninsuffizienzen kein Futter verdauen können
  • viele homöopathische Komplexmittel
  • Blutegel, die bei Gelenkentzündungen und Rückenleiden für monatelange Schmerzfreiheit sorgen können
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Vitamine
  • Probiotika für die Darmflora
Bitte nimm an der Petition teil, um Einschränkungen im Zusammenleben mit deinem Tier zu verhindern (Bild: openpetition)

Was hat das für Auswirkungen auf dein Leben mit Tier? Wenn dein Hund sich leicht vertritt und humpelt und du hilfst ihm mit Arnika-Globuli, begehst du eine Ordnungswidrigkeit. Du musst dir diese vorher vom Tierarzt verordnen lassen. Fühlt sich deine nierenkranke Katze mit einem homöopathischen Komplexmittel seit Monaten besser, darfst du ihr dieses nur noch geben, nachdem der Tierarzt abgenickt hat. Ob Buscopan bei Bauchkrämpfen, ACC als Hustenlöser oder ein pflanzliches Beruhigungsmittel für das demente Tier – auch wenn es sich seit Jahren bewährt hat, muss es zukünftig in jedem Einzelfall genehmigt werden. Vom Tierarzt. „Bitte vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin in unserer Sprechstunde“.

Nein, ich als Tierheilpraktikerin darf das nicht genehmigen. Auch meine KollegInnen und ich dürfen mit Inkrafttreten dieses Gesetzes nur noch Arzneimittel anwenden und verordnen, die den Zusatz „ad us. vet.“ tragen, also für den Einsatz am Tier zugelassen sind. Ein Tierheilpraktiker-Berufsverband bereitet bereits eine Klage vor, weil das Gesetz in der vorliegenden Form die therapeutische Vielfalt einschränkt und für klassisch arbeitende Tier-Homöopathen einem Berufsverbot gleichkommt.

Um noch in letzter Sekunde das Gesetz vor der endgültigen Verabschiedung im Bundesrat zu verhindern, bitte ich dich dringend, diese Online-Petition zu unterschreiben.

Wie gesagt, es geht auch um mich und meine KollegInnen, um Tierheilpraktiker und andere Tiertherapeuten. Vor allem geht es aber um dein tägliches Zusammenleben mit deinen Haustieren. Es geht um die Freiheit der eigenen Entscheidung, mit welchen Mitteln du ihnen bei Alltagsproblemen helfen möchtest. Es geht langfristig auch ums Geld. Wenn für die rund 32 Millionen Katzen, Hunde und Kleinsäuger in Deutschland nur noch spezielle Vet-Arzneimittel erlaubt sind, werden die Hersteller die Preise anziehen, nicht nur, weil die Zulassungsverfahren Geld kosten. Und dass ein Tierarzt die Anwendung von Arnika-Globuli nicht kostenlos genehmigen wird, dürfte auch jedem klar sein.
Bitte unterschreibe jetzt diese Petition – es bleibt nur ganz wenig Zeit, eine Überarbeitung zu erreichen.

Nominiert für Buchpreis

Grund zur Freude: Mein neuestes Buch „Tierisch Kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“ wurde nominiert für den SelfPublishing Buchpreis, Kategorie Sachbuch.

Der SelfPublishing-Buchpreis wird im Jahr 2021 erneut vom Selfpublisher-Verband e.V. ausgerichtet. Er wurde 2015 in Frankfurt gegründet und vertritt über 900 verlagsunabhängig veröffentlichende Autorinnen und Autoren.

Ob ich mit meinem Ratgeber die Runde der besten 3 Sachbücher erreiche, erfahre ich Anfang Oktober. Die finale Preisverleihung findet im Rahmen des Programms der Frankfurter Buchmesse am 23. Oktober 2021 statt. Bitte Daumen drücken!

 

 

 

Wasser – das Superfood…

…und das nicht nur zur Sommerzeit! Denn im täglichen Leben wird die Notwendigkeit des Trinkens von der Mehrzahl der Menschen unterschätzt. Für sein Haustier gibt so mancher viel Geld für gutes Futter aus, aber das Trinkverhalten wird völlig ignoriert. Dabei kann jedes Lebewesen über seinen Flüssigkeitshaushalt viel für seine Gesundheit tun.

Wasser ist Bestandteil jeder Körperzelle und somit Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel. Es hilft als Transportmittel, die Zellen mit Nährstoffen zu versorgen und Stoffwechselendprodukte auszuscheiden. Es hält das Blut flüssig und unterstützt so den Kreislauf und die Herzfunktion. Die inneren Organe, allen voran die Niere, sind von ausreichend Flüssigkeitszufuhr abhängig. Auch für die Regelung der Körpertemperatur wird Wasser benötigt: Der Mensch schwitzt es aus, bei Hund und Katze geht Feuchtigkeit durch Hecheln verloren. Wasser schützt den kompletten Körper vor Erkrankungen, von A wie Arthrose bis Z wie Zystitis (Blasenentzündung).

Ein Chihuahua trinkt aus einem großen Napf
Im Sommer darf’s ein bisschen mehr sein – trinkender Chihuahua (Foto: Thomas B., pixabay)

Vielen Tierhaltern ist nicht bekannt, wie hoch der Wasserbedarf seines vierbeinigen Lieblings ist. Es ist nicht schwer zu berechnen: Ein Hund braucht pro Kilo Körpergewicht täglich 20 bis 150 Milliliter Wasser. Wiegt Bello also 10 Kilo, liegt die optimale Trinkmenge zwischen 0,2 und 1,5 Liter. Warum die große Spanne? Die Menge ist abhängig von Bewegung und Aussentemperatur, vor allem aber von der Fütterung. Wird der Hund ausschließlich mit Trockenfutter (maximal 10 % Feuchtigkeit) ernährt, muss er den kompletten körpereigenen Flüssigkeitsbedarf durchs Trinken abdecken. Bekommt er dagegen Frisch- oder Nassfutter, wird durch die Lebensmittel schon ein Teil des Wasserbedarfs geliefert.

Auch bei Katzen ist die Art der Fütterung ausschlaggebend für den Trinkverhalten. Bekommt die Mietze ausschließlich Nassfutter, nimmt sie damit schon fast genügend Flüssigkeit auf. Bei einer Fütterung mit Pellets dagegen sollte sie täglich 80 bis 100 ml Wasser pro Kilo Körpergewicht zu sich nehmen.

Die Kontrolle der Trinkmenge kann einfach sein – wenn man nur ein Tier hat und dieses nur im Haus trinkt. Man misst morgens die Menge des Frischwassers in den Näpfen und am nächsten Morgen die Restmenge. Die Differenz gibt Auskunft über den Wasserkonsum des Haustieres. Bei mehreren Tieren ist es nicht ganz so leicht – und bei Freigängerkatzen fast unmöglich. Ob das Tier zu wenig getrunken hat, kann man zum Beispiel an den Schleimhäuten erkennen. Wenn diese trocken sind, der Speichel klebrig erscheint, kann das an einer zu geringen Wasseraufnahme liegen.

Und wenn das Tier ungern trinkt? Es gibt verschiedene Tricks, Wasser attraktiv zu machen:

  • Einen Schluck Sahne untermischen
  • Einen Schluck alkoholfreies Bier untermischen
  • Ein wenig Fleisch- oder Knochenbrühe untermischen
  • Einen Trinkbrunnen anbieten
  • Verschiedene Gefäße anbieten, manche Katzen trinken nur aus kleinen Schalen, manche Hunde lieben es, aus Gießkannen oder Eimern zu saufen
  • Wasser- und Futternapf räumlich getrennt stellen (besonders für Katzen wichtig)
  • Manche Tiere lieben es, direkt aus dem Wasserhahn zu trinken
  • Ins Nassfutter einen Extra-Schluck Wasser mischen
  • Abgestandenes Wasser anbieten

Trinken schützt die Gesundheit! Es ist sinnlos, den Körper mit teuren Nahrungsergänzungsmitteln zu versorgen, wenn die Grundlage nicht stimmt. Viele Erkrankungen entstehen oder verstärken sich durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Wasser ist das wichtigste Superfood der Welt – und das nicht nur zur Sommerzeit.

Tierisch kalkuliert – mein neues Buch

Das Cover vom Buch „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“

Im Winter packte mich wieder die Schreiblust – und das kam dabei heraus: „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“ ist diesmal weniger medizinisch, dafür enthält es jede Menge Tipps, um das Hunde-Budget zu schonen, ohne die Lebensqualität zu senken. Zusätzlich beleuchte ich das Thema Klimaschutz und Ökologischer Pfotenabdruck. Auch hierzu gibt es alltagstaugliche Ratschläge, wie sich mit wenig Aufwand die Folgen für die Umwelt durch die Hundehaltung mindern lassen. Denn diese Auswirkungen sind existent – und sie lassen sich verringern.

Aus dem Inhalt:

Anschaffung: Wie du mit einem Hund aus dubioser Herkunft Tierquälerei unterstützt und woran du seriöse Züchter und Tierschutzvereine erkennst.

Auswahl: Warum der falsche Welpe dich jährlich tausende Euro kosten kann und wie du das verhinderst.

Prophylaxe: Welche Ratschläge deinen Hund wirklich schützen und wann es nur um dein Bestes geht – dein Geld.

Gesundheit: Wie du ruinösen Tierarztrechnungen vorbeugst.

Fütterung: Was gesunde Ernährung wert ist, und warum sie kein Vermögen kosten muss.

Zubehör: Hol das Beste aus deinem Vierbeiner-Budget!

Steuern und Versicherungen: Was muss, was kann, und wo lässt sich sparen?

Training: Teurer Trainerverschleiß oder braver Hund für kleines Geld – du hast es in der Hand.

Freizeit: Zum Nulltarif – Kreative Ideen für Spiel, Spaß und Lebensfreude.

Dies und vieles mehr findet sich auf 218 Seiten, und zwar ebenso informativ wie unterhaltsam. „Tierisch kalkuliert – Das Sparbuch für den Hundehalter“ ist jetzt in allen Buchhandlungen unter der ISBN 978-3753446240 erhältlich und kostet 17,90 Euro. wer ein signiertes Exemplar bei mir direkt bestellen möchte, schicke mir bitte ein e-mail!

 

 

Kastration? Ja? Nein? Wann? Neue Studie

Verschiedene Hunde im Herbstlaub
Gerade bei der Haltung mehrerer Hunde ist die Kastration Thema. Zur Frage nach dem „Wann“ gibt es jetzt neue Informationen

Garantiert hohes Streitpotential unter Hundehaltern bietet das Thema der Kastration. Von „niemals“ über „bloß nicht zu früh“ bis „unbedingt und jederzeit“ reichen die Meinungen. Gestützt wird sich dabei auf Vorurteile, auf aktuelle oder schon überholte Fakten oder einfach auf das Bauchgefühl.

Grundsätzlich hat sich die allgemeine Ansicht stark geändert. Bis vor wenigen Jahren wurde völlig unkritisch kastriert. Wünschte der Hundehalter den Eingriff für sein Tier, stieß er nur bei wenigen Tierärzten auf Bedenken. Im Gegenteil, die meisten Veterinäre befürworteten und empfahlen vehement die Entfernung der Fortpflanzungsorgane, ergaben sich doch scheinbar dadurch nur Vorteile.

Heute, nach mehreren Jahrzehnten großzügigen Skalpelleinsatzes, dreht sich die Meinung. Das Versprechen, dass viele Verhaltensauffälligkeiten durch die Kastration eliminiert würden, ließ sich in vielen Fällen nicht einhalten. Im Gegenteil – kastrierte Rüden und Hündinnen zeigten einen Hang zu ganz neuen Psychoticks.

Und auch die körperliche Gesundheit erfuhr nicht nur positive Unterstützung. Schon vor einigen Jahren wiesen erste Studien darauf hin, dass bei kastrierten Hunden die Tendenz zu Gelenkerkrankungen deutlich anstieg. Andere Untersuchungen zeigten statistisch ein erhöhtes Krebsrisiko. Dabei hatte es doch immer geheißen, dass Hündinnen durch die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken viel seltener an Mammatumoren litten? Und was ist mit der Inkontinenz? Sind wirklich so viele kastrierte Hündinnen im Alter „nicht ganz dicht“?

Tatsächlich wurde in früheren Studien meist nur „der gemeine Hund“ genannt. Einen Zusammenhang zwischen Rassen und Erkrankungsrisiko hatte bisher selten jemand untersucht. Dies wurde nun durch eine Auswertung der Patientenkartei des Veterinary Medical Teaching Hospital der University of California, Davis, nachgeholt. Man analysierte die Daten von hunderten von intakten und kastrierten Hündinnen und Rüden aus 35 verschiedenen, populären Rassen. Dabei richtete man das Augenmerk auf Gelenkerkrankungen, verschiedene Krebsarten und Harninkontinenz. Es ging nicht nur darum, ob Hunde verschiedener Rassen unterschiedliche Krankheitsdispositionen zeigen. Vor allem wollte man herausfinden, wie sehr das Alter beim Eingriff die Entstehung der Leiden begünstigt.

Als Ergebnis wurde diesen Sommer eine rassenspezifische Empfehlung zum Kastrationsalter der verschiedenen Hunderassen veröffentlicht. Man fand nämlich heraus, dass bei manchen Rassen eine Frühkastration die Gefahr von Gelenkschäden deutlich vergrößert. Bei anderen Rassen war das Alter des Eingriffs in Zusammenhang mit der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen zu finden.

Eine Schwachstelle der Auswertung war, dass nicht alle erfassten Patienten bis zum Lebensende beobachtet werden konnten. Dies hätte möglicherweise klarere Zahlen besonders im Hinblick auf altersbedingte Erkrankungen gebracht. Trotzdem ist das Ergebnis, eine Tabelle mit der Empfehlung zum günstigsten Kastrationsalter, eine große Hilfe bei der Frage, wann der Eingriff die wenigsten Risken nach sich zieht. Zur grundsätzlichen Überlegung, ob man sein Tier intakt lässt, bringen die Details der Studie ebenfalls eine Entscheidungshilfe. Sie finden diese hier im englischen Original.

Übrigens: Die Harninkontinenz – nicht nur der kastrierten Hündin – lässt sich in vielen Fällen durch eine homöopathische Behandlung kontrollieren. Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit mir!

Live-Vorträge jetzt in Leck

UPDATE Der Vortrag am 6.11. fiel Corona-bedingt aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt…

Nach meinem ersten Vortrag im März kam es zur Corona-Pause –  jetzt starten wir wieder durch. In drei Vorträgen erfahren Interessierte alles rund um den Seniorhund, ums Zusammenleben mit der Grauschnauze und was zu tun ist, damit der Vierbeiner gesund alt wird. Die Veranstaltungen sollten ursprünglich im Fachmarkt für Heimtierbedarf „Tierisch gut“ in Bredstedt stattfinden. Hier finden Tierhalter das komplette Sortiment an Futter und Zubehör für die Haustierhaltung – und eine kompetente Beratung.

Aus Platzgründen halten wir die kommenden Vorträge im Familienbildungszentrum Leck (Flensburger Str. 7). Es sind noch Restplätze frei, und zwar an den Freitagen 11.9. und 25.9. sowie 6.11.2020. Anmeldungen bitte direkt an mich (Tel. 04661-902332 oder Mail an info/ät/thp-nf.de) oder  direkt bei „Tierisch gut“ . Beginn ist jeweils um 19 Uhr – so habe ich anschließend auch reichlich Zeit für Ihre Fragen. Der Unkostenbeitrag liegt bei 12 Euro / Person inkl. Erfrischungen.

Fortbildung für Tiertherapeuten

Tierheilpraktiker und verwandte Berufe haben häufig mit Hunden mit Allergien zu tun. Um mit dieser komplizierten Thematik sicher umgehen zu können, braucht es ein fundiertes Wissen. In meiner achtwöchigen online-Fortbildung „Allergien bei Hunden in der Tierheilpraxis“ erfahren TherapeutInnen alles von A-Z. Weitere Infos hier