Die Katze wird unsauber? Sie wirkt krank, geht viel häufiger aufs Katzenklo oder gibt dort ungewohnte Laute von sich? Da könnte ein Problem mit der Blase dahinterstecken. Krankheiten der unteren Harnwege gehören bei Katzen zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch. Harngries- und Harnsteinbildung sowie Harnwegsentzündungen sind nicht nur schmerzhaft, sie können zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen führen.

Katze auf der Couch
Zu wenig Bewegung kann die Bildung von Harngries begünstigen (foto: Nicole2 / pixelio.de

Die Harnwegserkrankungen im Bereich von Blase und Harnröhre werden FLUTD genannt (Feline Lower Urinary Tract Disease). Es beginnt mit Kristallen im Urin, die sich durch Abbauprodukte der Niere bilden. Sie sind mikroskopisch klein und werden normalerweise ausgeschieden. Bei starker Kristallisierung aber wachsen die Kristalle zu Harngries und weiter zu Harnsteinen. Diese können in der Blase und in den ableitenden Harnwegen Entzündungen verursachen und sogar die Harnröhre verstopfen, was aufgrund der engen Anatomie in diesem Gebiet besonders häufig bei Katern passiert. Wenn kein Urin mehr abgesetzt werden kann, ist das mit extremen Schmerzen und Lebensgefahr für das Tier verbunden und immer ein medizinischer Notfall.

Bei einigen Katzenrassen vermutet man eine genetische Veranlagung für FLUTD. Häufig aber hat die Erkrankung mit der Ernährung zu tun. Hier ist grundsätzlich von Trockenfutter abzuraten. Katzen trinken von Natur aus wenig. Besteht die Fütterung aus Pellets, wird aufgrund der geringen Flüssigkeitszufuhr der Urin zu stark konzentriert. Viele Futter sind zudem unphysiologisch mit Mineralien und Vitaminen angereichert, was ebenfalls die Bildung von Blasensteinen fördert. Selbst teure Trockenfutter schützen nicht vor Harngries! Begünstigt wird die Bildung von Harngries und -steinen außerdem durch fehlende Bewegung, Übergewicht und Stress.

Übrigens gibt es auch bei Hunden Blasensteine. Zeigt ein Hund Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen oder hat immer wieder Blasenentzündungen, muss er dahingehend untersucht werden.

Behandlung:

  • Bei Schmerzen, Problemen beim Urinabsatz, schlechtem Allgemeinbefinden oder blutigem Harn:  umgehend zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt. Kann das Tier keinen Urin mehr absetzen: Notfall – sofort Tierarzt oder Tierklinik aufsuchen.
  • Blasenentzündung: Es gibt wirksame homöopathische Mittel. Wenn aber Harngries die Ursache ist und nicht vermieden wird, sind Rezidiven vorprogrammiert.
  • Vor erneuter Gries- und Steinbildung kann die richtige Fütterung schützen. Es ist aber wichtig zu wissen, welche Art von Kristallen sich bilden. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Harns muss die Art der Kristalle bestimmt werden, um zukünftig durch die angepasste Ernährung den PH-Wert zu optimieren.
  • Durch regelmäßige Messungen des Urin-PH-Wertes (zu Hause mit Teststreifen möglich) kann man einer erneuten Griesbildung rechtzeitig vorbeugen. Der PH-Wert lässt sich durch die Ernährung und Nahrungsergänzung steuern.

So kann man vorbeugen:

  • Artgerechte Fütterung – Katzen sind Fleischfresser. Besonders frisches Fleisch sorgt für einen physiologischen PH-Wert des Urins. Nassfutter sollte einen hohen Fleischanteil und kein Getreide oder Zucker enthalten.
  • Ausreichend Bewegung – besonders Wohnungskatzen müssen zur Bewegung animiert werden.
  • Immer frisches Wasser – achte drauf, aus welchen Behältern und an welchen Standorten die Katze am liebsten trinkt. Verschiedene Näpfe, evtl. einen Zimmerbrunnen anbieten.
  • Toilettenhygiene – dazu gehört auch, dass genügend Toiletten im Haus verteilt sind. Im Mehrkatzenhaushalt mindestens ein Katzenklo pro Tier.
  • Übergewicht und Stress vermeiden.
Diese Kristalle braucht keine Katze